Baby

Fliegen mit Baby / Kleinkind

Der erste Urlaub als Familie ist gebucht. Vorfreude. Und dann die Frage? Worauf muss ich achten im Flugzeug? Was braucht mein Baby? Hier mein Erfahrungsbericht mit gratis Checkliste zum Herunterladen.

Achja, besser gleich erwähnt: Dieser Beitrag ist von keiner der genannten Marken/Unternehmen bezahlt und gesponsert, sondern ist aus meinem ganz persönlichen Interesse entstanden.

Ich kann mich noch ganz genau dran erinnern. Die erste Fernreise mit Baby, damals war er „schon“ 10 Monate alt, sollte nach Curacao gehen. Riesen Vorfreude, und dann eine Panikattacke meinerseits: Was brauche ich? Worauf muss ich achten? Darf ich einen Buggy mitnehmen? Ich habe mich stundenlang durchs Internet recherchiert. Um euch das zu ersparen, findet ihr im Folgenden meine Erfahrung und Tipps nach zwei Fernreisen mit Baby bzw. Kleinkind. Schaut aber auch unbedingt auf die Seite eurer Airline, was und wieviel für eure Reise erlaubt und inklusive ist.

Unsere beiden Reiserouten

Reisen mit Baby

Die erste Reise ging wie erwähnt nach Curacao. Wir sind mit KLM über Bremen nach Amsterdam und dann mit der gleichen Airline ein paar Stunden später weiter nach Curacao geflogen. Zu der Zeit war der Zwerg 10 Monate alt und konnte noch nicht laufen.

Die zweite Reise ging nach Thailand mit Emirates über Hamburg, nach 6 Stunden Aufenthalt in Dubai weiter nach Phuket, ebenfalls mit Emirates. Hierbei war der kleine Mann schon 1 1/2 Jahre alt und konnte laufen, allerdings gern nicht auf uns hörend in die falsche Richtung.

Beide Airlines sind übrigens sehr familienfreundlich, also wirklich hilfsbereit und zuvorkommend. Ich kann auch tatsächlich nur über die genannten Strecken und Airlines sprechen, es sind eben meine persönlichen Erfahrungswerte.

Ablauf von der Buchung bis zur Landung

Reisedokumente

Die Zwerge brauchen mindestens einen Kinderreisepass, um das Land zu verlassen. Glücklicherweise muss das Passfoto nicht streng biometrisch sein. Für Reisen in die USA ist übrigens ein normaler Reisepass (kein KINDERreisepass!!) zwingend nötig, wenn mit einem ESTA-Antrag gereist wird. Diese Erfahrung durfte ich unglücklicherweise kürzlich selbst machen.

Sitzplatz im Flugzeug

Babys und Kleinkinder unter 2 Jahren haben keinen Anspruch auf einen Sitzplatz und reisen auf dem Schoß mit. Hierfür bekommt man vom Bordpersonal einen Loopbelt, der am eigenen Gurt befestigt wird. Mit Glück bekommt man bei großen Fliegern einen Platz in der Mitte vorn eines Abschnitts, sodass dort ein Babybay aufgehängt werden kann, wo die ganz Kleinen dann schlafen können. Die Betten sind super, aber bei jedem Aufleuchten der Anschnallzeichen muss das schlafende Kind herausgehoben und wieder auf dem Schoß angeschnallt werden. Ist wirklich unschön. Je nach Airline kosten unter 2-Jährige einen gewissen Prozentsatz des vollen Flugpreises.

Kinder über 2 Jahre benötigen entsprechend einen eigenen Sitz, kosten fast den vollen Preis und bekommen dann auch eine Mahlzeit serviert.

Autositz und Buggy

Schaut nach, ob der Autositz in dem Reiseland für den Straßenverkehr erlaubt ist. Bezüglich des Buggys empfehle ich einen, der klein und bestenfalls aus einem Teil besteht. Kinderwagen gehen übrigens auch, sofern sie nicht aus zu vielen Teilen bestehen. Bei vielen Airlines kosten diese nichts extra.

Handgepäck

Nutzt die mögliche kg-Zahl aus. Für die ganz Kleinen sind Flüssigkeiten erlaubt. Kleiner bewährter Tipp: Wenn ihr beim Sicherheitscheck offen mit Augenkontakt zum Personal erwähnt, dass in eurer Tasche „stuff for the baby“ ist, dann habt ihr selten Probleme. Diese Taktik hat es mir auch schon erspart, alles herausnehmen zu müssen oder angepisst darauf angesprochen zu werden. Ich habe übrigens eine Thermoskanne mit heißem Wasser für Milchpulver und Brei dabeigehabt, 4 Fläschchen mit abgekochten Wasser und ein paar Gläschen Fruchtbreie – gab keine Probleme. Am einfachsten ist es auf jeden Fall, wenn ihr diese Dinge gebündelt in einer Tasche habt, wenn ihr doch alles auspacken müsst. Geht schneller, als in der eigentlichen Tasche danach zu suchen. Was ihr sonst noch unbedingt im Handgepäck haben solltet, findet ihr weiter unten und in der Checkliste zum Herunterladen.

Beschäftigung im Flugzeug

So ein Flug kann sehr lang werden, vor allem wenn die Kleinen in ihrer Bewegung eingeschränkt sind. Hier heißt es also: Kreativ werden. Ich gehe davon aus, dass ihr euer Kind gut kennt und entsprechend für Bespannung sorgen könnt. Mit seinen 10 Monaten ist unser Zwerg durch ganze(!) Flugzeug gekrabbelt mit dem Papa zusammen oder auf dessen Schultern geritten. Sonst hat er viel geschlafen und gut getrunken. Mit seinen 1 1/2 Jahren war es schon etwas stressiger, hier hat Bücher gucken geholfen oder diese Matte mit dem Wasserstift zum Malen von Ravensburger ihr bestes gegeben. Ansonsten hatte ich jegliches Spielzeug dabei, was ins Handgepäck passt, keine Geräusche macht oder schnell verloren gehen kann. Für unseren kommenden Flug wird es auch – Übermuttis bitte wegsehen – ein Tablet mit Spielen und Kleinkindfilmen geben. Dieser Flug ist 10 Stunden lang und da wollen wir für alles gewappnet sein.

Autositz und Buggy sind zumindest bei KLM und Emirates gratis

Bei unseren Reisen war es immer möglich, einen Buggy und Autositz mitzunehmen. Diese kosten nichts extra. Den Autositz, welcher bei beiden Reisen übrigens noch die Babyschale war, wird beim Sperrgepäck abgegeben.
Bei KLM durften wir den Buggy bis zum Boarding behalten. Direkt vor dem Flugzeug wird er dann abgenommen und nach der Landung auch in Flugzeugnähe wieder gebracht. Auch bei Zwischenlandungen steht er wieder zur Verfügung. Das empfand ich als sehr komfortabel, denn bei diesem Flug konnte der Zwerg noch nicht laufen. Von Bremen nach Amsterdam gab es bei uns aber wohl ein Verständigungsproblem, denn unser Buggy wurde wie die Koffer weitergereicht und wir standen dann in Amsterdam dann ohne einen da. Hierfür empfehle ich definitiv eine Trage mitzunehmen, die hat uns dann den A**** gerettet.

Der Buggytransport bei Emirates läuft etwas anders ab. In Hamburg konnten wir ihn ebenfalls beim Boarding abgeben. In Dubai aber bekommt man ihn nicht zurück, denn am Flughafen stehen Buggys zur Verfügung, so wie diese Kofferwagen. Also gratis und überall. Am Anfang hatten wir allerdings Pech und alle waren weg. Also auch hier: Besser immer eine Trage dabei haben.

Die Kleinsten haben das meiste Gepäck, aber: Vorbereitung ist alles

Damit alles auf der gesamte Reise reibungslos abläuft, sollte einfach alles gut vorbereitet und geplant werden. Dann ist die Reise nur noch halb so wild. Tendenziell braucht ihr alles, was sonst auch in der Wickeltasche ist, nur etwas mehr von allem. Nehmt lieber zu viel Milchpulver mit – sofern ihr nicht stillt. Und die Lieblingskekse und Kringel und so weiter. Für Start und Landung hat sich bei uns Trinken oder Kekse essen bewährt, nur ein kleines Beispiel für außerplanmäßige Mahlzeiten. Das Saugen/Kauen sorgt nämlich für den Druckausgleich – und lenkt auch ab. Auch mehr Windeln einzupacken ist empfehlenswert. Und unbedingt Wechselwäsche. Die brauche ich im Alltag so gut wie nie, aber auf beiden Reisen musste ich den Zwerg immer umziehen. Macht euch also eine Liste, was ihr auf jeden Fall dabei haben wollt und arbeitet diese vor Reisebeginn ab. Dann sollte auch nichts schlimmeres passieren. Hierfür könnt ihr euch ganz unten eine eine Liste herunterladen und ergänzen.

Alles in allem ist Fliegen mit Baby oder Kleinkind mit einer guten Vorbereitung in den meisten Fällen nur halb so wild. Und falls euer Zwerg doch mal unruhig ist und weint, dann lasst euch in keinem Fall von genervten anderen Passagieren aus der Ruhe bringen. Das macht euch ebenfalls unruhig und wird sicherlich nicht förderlich sein. Im Notfall denkt euch einfach: Diese Leute sehe ich nie wieder.

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